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Steht Europa ein sehr kalter Winter bevor?

26 November 2008

 In einer vor kurzem erschienenen Ausarbeitung: „Ein Großversuch mit dem Klima“[1] wurde darauf hingewiesen, dass der Herbst 1939 einige Überraschungen bot, wie der darauf folgende Winter. Es wurde in Deutschland der kälteste seit ca. 1830. Auch der bisherige Herbst 2008 wies Besonderheiten auf, wie die folgenden Beispiele zeigen: 

  • Im August 2008 hat es in Irland vier- bis sechsmal soviel geregnet wie im Durchschnitt. Die irische Regierung sagt, die Regenfälle in diesem Augustmonat seien die stärksten seit 150 Jahren[2].  
  • W. v. Juterczenka (18. Sept. 2008): Die seit Tagen andauernde kühle Wetterlage für Mitteleuropa ist sehr beständig. Das kräftige Hoch über dem östlichen Nordskandinavien mit einem Keil bis in den Nordatlantik blockiert atlantische Tiefdruckgebiete und lenkt sie nach Norden ab[3]
  • J.C. Heuer (13. Okt.2008: Da war viel Regen in der Sahara[4].  
  • Lobo (24. Nov.208): Im Oktober 2008 traten bereits vier extreme Orkantiefs über dem Nordatlantik mit einem Kerndruck von weniger als 950 Hektopascal auf. „Nie zuvor hat der Deutsche Wetterdienst einen so heftigen Beginn der Sturmsaison im Nordatlantik beobachtet“[5]

 Die folgenden Wochen werden zeigen ob diese „Ausreißer“ Zufall oder ob es die Vorboten für einen Extremwinter wie 1939/40 waren (siehe dazu Fn.1). Ein wichtiger Zeitpunkt war damals die frühen Dezembertage, als sich ein Hoch vom Niederrhein bis Norwegen aufbaute (siehe die Wetterkarte vom 12. Dez.1939). Dazu schrieb die Neue Züricher Zeitung am 17. Januar 1940, als eine große Kältewelle ganz Nordeuropa erfasst hatte, folgendes: 

„Die Anfang Januar 1940 über Europa hereingebrochene Kälte sei nicht so überraschend gekommen, da sich dies bereits in der ersten Dezemberwoche abgezeichnet hätte. Atlantische Tiefs seien durch ein beherrschendes Hoch in Nord- und Mitteleuropa abgeblockt worden.“

Das war nur der Auftakt. Die Entwicklung zum Rekordwinter stand noch aus. R. Geiger, der eigne Beobachtungen und Aufzeichnungen verwendete, bewertete den Winter 1939/40 wie folgt[6]: 

„Für das gesamtdeutsche Gebiet wurden alle kalten Winter der Vergangenheit, soweit regelmäßige meteorologische Aufzeichnungen überhaupt vorliegen, durch den Winter 1939/40 übertroffen. Zwar waren die am kältesten Tag erreichten Temperaturen nicht so bedeutend wie im Winter 1928/29. Aber das Temperaturniveau war die drei Wintermonate hindurch anhaltend ungewöhnlich tief. Nicht eine besondere Kälteperiode, sondern die fast pausenlose Folge der Kältezeiten zeichnete ihn aus. Im Vergleich zu den Wintern 1892/93 und 1928/29[7] kann daher der Winter I939/4o als ein Dauerwinter bezeichnet werden.“ 

Ein begleitender Vergleich der Wetterentwicklung in diesem Winter und dem Winter 1939/40 könnte interessant sein. 

Frühere Beiträge: siehe Archiv


[3] http://weltenwetter.wordpress.com/2008/09/18/200/#comment-3

[6] Geiger, R. ; 1948, „Die meteorologischen Bedingungen des harten Winters 1939/40“, Forstwirtschaftliches Centralblatt, 

   Vol. 67, Nr. 1, Oktober 1948, S. 1- 10 (via: http://www.springerlink.com/content/vq686v1n31284774/ ).   

[7] Geiger, wie vor:  Der Winter 1928/29 kann als d e r Winter m i t dem k a 1 t e n (und schneereichen) Februar bezeichnet werden, so darf in ähnlicher Weise der Winter 1892/93 d e r Winter m i t dem kalten und schneereichen Januar genannt werden. In diesen Monat fielen damals die tiefen Frostgrade von –30°, die auch jenem Winter ein bleibendes Andenken sicherten.